Laufende Forschungs- und Publikationsprojekte

 

Geschichte der Johannes Gutenberg-Universität seit der Wiedergründung 1946Die Geschichte der Universität Mainz bietet sich für ein strukturgeschichtliches Forschungsprojekt an. So soll anhand ausgewählter historischer Eckpunkte und Beispiele die Entwicklung der Institution nachvollzogen und nach ihrer Rolle im Demokratisierungs- und Liberalisierungsprozess der BRD und des wiedervereinigten Deutschland gefragt werden. Das Forschungsvorhaben liefert damit sowohl einen Beitrag zur deutschen Bildungsgeschichte als auch zur Entwicklung hochschulpolitischer Kontakte und Ereignisse auf gesamteuropäischer Ebene.
Zur Geschichte der „alten“ Mainzer Universität liegen bereits zahlreiche Publikationen vor. Dies ist für die Zeit nach 1945 bzw. für die 1946 wiedereröffnete Mainzer Universität nicht der Fall. Hier finden sich lediglich Studien zur frühen Gründungsphase sowie zu wenigen Einzeldisziplinen oder zu eng umgrenzten Themen. Eine historiographisch valide Aufarbeitung ist bislang noch nicht erfolgt. Zu einer solchen gehört einerseits die Aufarbeitung einzelner Teilaspekte der neueren Mainzer Universitätsgeschichte ab 1946. In diesem Sinne soll das geplante Projekt entsprechende Forschungen anregen. Zum anderen muss jedoch auch ein Überblick über die Zeit zwischen 1946 und 2017 geliefert werden, um die (hochschul-)politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen der Einzelthemen zuverlässig beurteilen und ein Verständnis für die spezifische Dynamik der JGU vermitteln zu können.
Das zu diesem Zweck ins Leben gerufene Forschungsprojekt soll diese Desiderate in der Form eines „Mehrpersonenwerkes“ mit mehreren AutorInnen aufarbeiten, wobei die zentrale Fragestellung für die einzelnen Beiträge die nach der „Demokratisierung“ der Universität sein wird. Neben der inhaltlichen Darstellung wird auch relevantes Daten- und Quellenmaterial zur Geschichte der Universität Mainz veröffentlicht werden. Abgesehen von der Publikation zentraler Schriftstücke, die die Vergangenheit für den Leser und die Leserin lebendig werden lassen, werden hierzu übersichtliche Orientierungshilfen wie ein Organigramm der Hochschulleitung gehören.

Ihre Ansprechpartnerin für das Projekt ist:

Dr. Sabine Lauderbach
Universitätsarchiv
Jakob-Welder-Weg 6
D 55128 Mainz
Tel.: +49 (0) 6131/39-24570
Lauderbach@uni-mainz.de
www.ub.uni-mainz.de/universitaetsarchiv
Projekt: Studentisches Engagement
an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, 1946-2016
Mit dem Forschungsprojekt soll untersucht werden, wie und warum sich studentisches Engagement auf dem Mainzer Campus seit 1946 veränderte. In einem ersten Schritt werden exemplarische Zeitzeugeninterviews mit Alumni der Johannes Gutenberg-Universität geführt, um ihre Motivationen und Erfahrungen im Zusammenhang mit dem studentischen Engagement zu sammeln. Anlässlich des 70. Jubiläums der Johannes Gutenberg-Universität Mainz sollen diese Gespräche in Ausschnitten über das Internetportal campus-mainz.net einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. In der zweiten, längerfristigen Projektphase werden diese Berichte durch Archivarbeit systematisiert und in den Gesamtzusammenhang der Entwicklung der Universität eingeordnet. Das studentische Engagement hat sich in den letzten siebzig Jahren stark verändert. Beschränkten sich die außerkurrikularen Aktivitäten zunächst auf den sportlichen oder künstlerischen Bereich, kamen in den 1960er Jahren politische Hochschulgruppen und der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) hinzu. Seither engagierten sich viele Studierende jenseits des AStA in gesellschaftspolitischen Hochschulgruppen oder wendeten das an der Universität erworbene Fachwissen neben ihrem Studium im sozialen, wirtschaftlichen oder kulturellen Bereich an. Personen, die sich in ihrer Mainzer Studienzeit entsprechend engagiert haben, sind herzlichst eingeladen, das Projekt mit einem Interview (schriftlich, per Audio oder Video) zu unterstützen. Bitte wenden Sie sich an die unten angegebenen Kontaktdaten. Die Projektleiterinnen Charlotte Backerra und Ruth Nientiedt freuen sich über Interessierte und Mitwirkende.

Weitere Informationen

Kontakt:

Charlotte Backerra M.A.
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Historisches Seminar – Neuere Geschichte
55099 Mainz
charlotte.backerra@uni-mainz.de
Geschichte der Universitätsbibliothek MainzBearbeitung: Christian König

1946 gegründet, aus dem Nichts heraus auf- und unter nicht immer einfachen Rahmenbedingungen kontinuierlich ausgebaut, präsentiert sich die Universitätsbibliothek Mainz heute als moderne Dienstleistungseinrichtung mit einem Gesamtbestand von mehr als 3.000.000 Print- und einer wachsenden Anzahl elektronisch verfügbarer Medien sowie mit einem umfangreichen Informations- und Schulungsangebot, die ihren Nutzern optimale Bedingungen für Forschung und Lehre bietet. Das im April 2014 in Angriff genommene Arbeitsvorhaben „Geschichte und Entwicklung der Universitätsbibliothek Mainz seit 1946” beabsichtigt, rechtzeitig zum 70. Jahrestag ihrer Gründung eine Chronik der Universitätsbibliothek vorzulegen. In ihr werden verschiedene, sich ganz oder zumindest teilweise zeitgleich vollziehende Entwicklungen nachgezeichnet, hierunter etwa die seit den 1980er Jahren stetig wachsende Bedeutung der EDV, vor allem aber noch immer im Fluss befindliche Konzentrationsprozess der bibliothekarischen Einrichtungen weg von einem ursprünglich zweischichtigen hin zu einem mehr und mehr einschichtigen Bibliothekssystem.
Mainzer ProfessorenkatalogDer Mainzer Professorenkatalog ist ein Projekt des Forschungsverbundes für Universitäts­geschichte Mainz und wird gemeinsam mit der Abteilung E-Science-Service der Universitätsbibliothek, dem Universitätsarchiv und der Digitalen Akademie der Akademie der Wissenschaften und der Literatur bearbeitet. Durch den Professorenkatalog werden biografische Daten zu den Professorinnen und Professoren der Universität Mainz online zugänglich gemacht. In einem ersten Schritt werden die Professoren der Johannes Gutenberg-Universität aus der Zeit zwischen 1946 und 1973 in den Professorenkatalog aufgenommen. Eine Erweiterung bis in die Gegenwart sowie die Miteinbeziehung der Professoren der alten Universität Mainz ist für einen späteren Zeitpunkt geplant. Seit März 2016 ist der Mainzer Professorenkatalog unter dem Namen Gutenberg-Biographics online verfügbar.
Geschichte der Anästhesiologie in MainzBearbeitung: Nina Klinkel M.A.

Arbeitstitel: „Der Mensch ist das Maß aller Dinge”. Rudolf Frey und der Aufbau der Anästhesiologie
Mitglied in einer der ersten Narkosespezialeinheiten an der Universitätsklinik Heidelberg, Inhaber des ersten bundesdeutschen Lehrstuhls eines selbstständigen Instituts für Anästhesiologie an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz; Herausgeber des ersten deutschsprachigen Lehrbuchs der Anästhesiologie[1]; Initiator des ersten Notarztwagens in Westeuropa und des medizinischen Notfall-Hubschrauber-Dienstes; Motor von fachspezifischen Kongressen; Entwickler der Schmerztherapie in Deutschland; Gründer der ersten deutschen Schmerzklinik in Mainz und des „Club of Mainz”: Am Lebenslauf des Mediziners Rudolf Frey (22.8.1917-23.12.1981) lassen sich Schlaglichter der Geschichte des Aufbaus der Anästhesiologie und ihrer Säulen Anästhesie, Intensivmedizin, Schmerztherapie und Rettungsmedizin darstellen. Das Dissertationsprojekt widmet sich diesem Pionier und bettet seine lebensgeschichtlichen Daten in den zeitgenössischen Kontext des Aufbaus der Anästhesiologie ein. Im Fokus stehen vor allem soziokulturelle und gesellschaftspolitische Aspekte unter der Hypothese, dass erst sie die Entstehung dieser Sparten und die Fortschritte dort ermöglichten. Ebenso soll der Blick gen Mainz gerichtet werden: Die Universität und ihre Kliniken waren Freys Wirkungsstätten. Seine Arbeit dort verdient eine Aufarbeitung. Die Arbeit soll daher einen medizinhistorischen, biographischen, wie auch universitätsgeschichtlichen und soziokulturellen Beitrag im Forschungsgebiet der Anästhesiologie leisten.

[1] Frey, Rudolf; Hügin, Werner.; Mayrhofer, O.: Lehrbuch der Anaesthesiologie. Berlin (u.a.) 1955.
Geschichte der Studentenbetreuung an der Universität MainzBearbeitung: PD Dr. Stefanie Zibell

Das Projekt beschäftigt sich mit den an der Universität vorhandenen Einrichtungen, die die Studierenden nutzen können oder müssen, um ihr Studium an der Johannes Gutenberg-Universität aufnehmen und durchführen zu können. Im Laufe der Jahre und Jahrzehnte haben sich sowohl die Institutionen als auch die Konditionen, mit denen die Studierenden zu tun haben, verändert. Neue Einrichtungen sind hinzugekommen, andere haben sich zusammengeschlossen, wieder andere bestehen nicht mehr. Die Universität musste ihre Institutionen den jeweiligen gesellschaftlichen, politischen oder wirtschaftlichen Entwicklungen und Vorgaben anpassen. Folglich widerspiegeln die Veränderungen, die die „Studentenbetreuung” seit der Gründung der Johannes Gutenberg-Universität im Jahr 1946 erfahren hat, die Zeitläufte. Wie sich diese konkret auf die universitären Einrichtungen auswirkten, will die laufende Studie untersuchen und darstellen.
In diesem Zusammenhang wird beispielsweise das Einschreibeverfahren betrachtet. Welche Bedeutung hatten - insbesondere direkt nach Kriegsende ­- Zeugnisse und Notendurchschnitte? Welche Personenkreise wurden bei der Einschreibung bevorzugt behandelt und weshalb? Welche Unterlagen mussten vorgelegt werden? Und vor allem: Wie hat sich das Immatrikulationsverfahren im Laufe der Jahre verändert? Beachtung findet auch das Vorlesungsverzeichnis, dessen Erstellung in der ersten Zeit des Bestehens der Johannes Gutenberg-Universität dem Rektor persönlich oblag. Auf das erste, maschinengeschriebene Verzeichnis des Sommers 1946, das keine Informationen außer den Hinweisen auf Veranstaltungsort, -art und den Lehrenden enthielt, folgte bereits im Wintersemester 1946/47 ein ausgesprochen professionell gestaltetes Büchlein, dessen Deckel - bis einschließlich Wintersemester 1956/57 - das Rektoratssiegel der alten Mainzer Universität zierte. Untersucht wird außerdem die Entwicklung der Studienberatung/Akademischen Berufsberatung oder die der früheren „Beratungsstelle für studentische Lebensfragen”, deren Einrichtung vor allem dem besonderen Engagement und der Beharrlichkeit des Mathematikers Hans Rohrbach zu verdanken ist. Im Laufe der Zeit machte dieses „Mainzer Betreuungs-Modell” in der ganzen Bundesrepublik Schule: Heute ist die Existenz einer solchen Einrichtungen selbstverständlich und vollkommen unstrittig.
Die Studie wird sich in den folgenden Jahren mit weiteren universitären Einrichtungen zur Studentenbetreuung befassen. Da es gegenwärtig keine Darstellung zur Entwicklung der Institutionen der Universität gibt, wird der Text die Grundlage für weitere, detailreichere Untersuchungen liefern.
Geschichte des Geographischen InstitutsBearbeitung: Prof. Dr. Manfred Domroes
Geschichte der Theaterwissenschaft an der Universität MainzBearbeitung: Prof. Dr. Friedemann Kreuder, Prof. Dr. Peter Marx

 

Leitfaden und Zitationsrichtlinien zur Veröffentlichung in den Beiträgen zur Geschichte der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Neue Folge.